Unter besonderen Bedingungen kam der Kreistag am 22.06 in Eschwege zusammen. Dies war nicht nur die erste Sitzung des Kreisparlamentes seit Corona, es war auch die erste Sitzung mit Empfehlungen zur Begrenzung von Redezeiten.
Die Kreiskoaliton aus Grünen, SPD und FDP hat einen Antrag zur Entwicklung eines kreisweiten Radverkehrskonzeptes eingebracht, vorab soll sich der Verkehrsausschuss unter Beteiligung des Naturparks und der Nahverkehr GmbH umfassend über die Thematik informieren. Informieren wollen wir uns außerdem über den Stand der Umstellung der Beleuchtung auf LED, z.B. in kommunalen Gebäuden sowie in der Straßenbeleuchtung sowie über den Sachstand unserer Ökolandbaumodellregion Nordhessen.
Nachdem der Kreis turnusmäßig eine Ausschreibung zur Auftragsvergabe für die Verwertung und Beseitigung von Abfällen durchgeführt hat, hat der Kreistag eine geänderte Abfallsatzung beschlossen. In den vergangenen Jahren waren die Abfallgebühren im Kreis niedrig. Da der Gebührenhaushalt insgesamt ausgeglichen sein muss, war ist eine Anpassung der Gebühren unumgänglich, die sich nun auf einem marktüblichen Niveau befinden werden. Mit allerlei rhetorischen Tricksereien versuchten CDU und FWG jedoch, sich vor einem klaren Bekenntnis zur Notwendigkeit eines ausgeglichenen Abfallgebührenhaushalts zu drücken.
Außerdem haben uns im Kreistag eine Reihe von Resolutionen beschäftigt. Hessen ist das Land der attraktiven Flatrate-Tickets. Inzwischen haben Schüler*innen, Studierende, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Landesbedienstete sowie Menschen über 65 Jahren Anspruch auf eines der attraktiven Tickets. Das Schülerticket erhalten, genau wie vorher die Busfahrkarte, lediglich die Schüler*innen kostenfrei, die weiter als 2km (Grundschule) oder 3km (weiterführende Schule) von der Schule entfernt wohnen. An diesen Regelungen hat sich zwar nichts geändert, dennoch resultiert daraus, aufgrund der Attraktivität des hessenweit gültigen Tickets, ein Ungerechtigkeitsempfinden in der Schülerschaft. Deshalb fordern wir die Landesregierung auf, Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden aufzunehmen, damit ein gemeinschaftlich finanziertes für Schüler*innen der Jahrgangsstufen 1 – 10 kostenfreies Schülerticket angeboten werden kann. Wir fordern außerdem die Bundesregierung auf, wieder in die Investitionsförderung für Kindertagesstätten einzusteigen. Der Bund hat richtigerweise den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz geschaffen, muss die Städte und Gemeinden jetzt aber auch finanziell in die Lage versetzen, diesen umzusetzen. Stattdessen ist ein Bundesprogramm ausgelaufen und wird nicht verlängert. Deshalb springt jetzt das Land Hessen ein und stellt 142 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung.
Einer Resolution der FWG, in der es heißt, dass es keine höheren Einleitungen von Salzabwässern in die Werra geben darf, haben wir zugestimmt. K+S hat dies beantragt, Landesregierung und Regierungspräsidium sind sich allerdings einig, den Antrag abzulehnen und den „Masterplan Salz“ der Flussgebietsgemeinschaft Werra-Weser weiterhin konsequent zu verfolgen. Eine Resolution der Linken zum Landesaufnahmeprogramm haben wir abgelehnt. Hessen will und wird ein solches Programm, zur Aufnahme einer besonders vulnerablen Gruppe von Geflüchteten, auflegen. Dies ist Teil des Koalitionsvertrages auf Landesebene und auch der Landtag hat bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst. Hierfür bedarf es aber der Zustimmung von Bundesinnenminister Seehofer. Dieser hat einen gleichlautenden Antrag des Landes Berlin allerdings abgelehnt. Deshalb muss unser Appell an die Bundesregierung gehen, nicht an die Landesregierung.



Neuste Artikel
BGH zum AGG: Urteil zum Fall einer blinden Patientin, die von einer Reha Klinik abgewiesen wurde
Zum Urteil des Bundesgerichtshofs im Fall einer blinden Patientin, der die Aufnahme in eine Rehaklinik verweigert wurde, erklären Awet Tesfaiesus, Berichterstatterin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für das AGG und Corinna Rüffer, Sprecherin für Behindertenpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Das Urteil des Bundesgerichtshofs ist eine Enttäuschung und ein herber Rückschlag für den Schutz von…
Jugendliche aus Eschwege zu Gast im Hessischen Landtag
Die Landtagsabgeordneten Felix Martin, Stefan Schneider und Karina Fissmann-Renner stellten sich den Fragen der 13- bis 18-jährigen Eschwege: 45 Schülerinnen und Schüler des Oberstufengymnasiums Eschwege und des Kreisschülerrats Werra-Meißner folgten vergangenen Donnerstag einer Einladung des lokalen Landtagsabgeordneten Felix Martin zum Besuch des Hessischen Landtags in Wiesbaden. Bevor es politisch wurde, hatten die Schülerinnen und Schüler…
Felix Martin ruft zu Vorschlägen für ehrenamtliche Auszeichnung auf
Der regionale Landtagsabgeordnete Felix Martin (Grüne) ermuntert dazu, engagierte Einzelpersonen und Gruppen aus der Region für die hessische Landesauszeichnung „Soziales Bürgerengagement“ vorzuschlagen. „Viele Menschen leisten Tag für Tag Großartiges – oft leise und ohne öffentliche Aufmerksamkeit. Dieses Engagement verdient Anerkennung und Sichtbarkeit. Deshalb freue ich mich über Vorschläge aus unserer Region“, so Felix Martin.
Ähnliche Artikel
Kreistag
Koalitionsvertrag für den Werra-Meißner-Kreis unterzeichnet – Grüne Handschrift deutlich sichtbar
Am Freitag, den 8. Mai 2026, haben CDU, Freie Wähler, Bündnis 90/Die Grünen und FDP in Eschwege den gemeinsamen Koalitionsvertrag für die kommende Legislaturperiode im Kreistag des Werra-Meißner-Kreises unterzeichnet. Damit steht die Grundlage für eine stabile und verlässliche Zusammenarbeit bis 2031.
Frauen
Weltfrauentag: Grüne kritisieren geringen Frauenanteil zur Kommunalwahl
Für den Kreistag kandidieren insgesamt 173 Männer, aber nur 80 Frauen. Besonders deutlich werde das Missverhältnis bei CDU (23 Prozent Frauen), SPD (22 Prozent Frauen) und Freien Wählern (21 Prozent Frauen). Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis haben ausschließlich die Grünen.
Gesundheit
Es braucht schnelle und unkomplizierte Lösung für Praxis in der Reichensächser Straße
Es gab in der Vergangenheit offensichtlich Fehler in der Verwaltung und diese Fehler müssen schnell und unkompliziert behoben werden. Dafür muss das Hütchenspiel um die Zuständigkeiten umgehend enden.